Standort Ried

Institut für klinische Pathologie, Mikrobiologie & molekulare Diagnostik

Qualitätsgesicherte Labordiagnostik

Das Institut für Klinische Pathologie, Mikrobiologie & molekulare Diagnostik am Standort Ried/Innkreis wurde 1992 gegründet und versorgt das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried sowie zahlreiche niedergelassene Ärzt*innen mit diagnostischen Leistungen. Wir unterstützen Krankenhäuser und zuweisende Ärzt*innen mit präziser, zeitnaher und qualitätsgesicherter Diagnostik. Unsere Befunde bilden eine wichtige Grundlage für medizinische Entscheidungen im klinischen Alltag.

Qualität und Akkreditierung

2009 wurden wir als erstes Institut für Pathologie in Österreich nach EN ISO 15189 akkreditiert und halten diesen hohen Qualitätsstandard durch regelmäßige externe Überprüfungen aufrecht. So sichern wir dauerhaft hohe fachliche und organisatorische Standards. Seit dem Zusammenschluss der beiden Institute Linz und Ried im Vinzenz Pathologieverbund im Jahr 2016 können wir unsere Expertise standortübergreifend bündeln. Der enge Austausch innerhalb des Verbunds stärkt Spezialisierungen, optimiert Abläufe und sorgt für eine einheitlich hohe Qualität in der diagnostischen Versorgung.

Diagnostisches Spektrum

Am Institut für Klinische Pathologie, Mikrobiologie & molekulare Diagnostik am Standort Ried/Innkreis decken wir sämtliche wesentlichen Bereiche der klinischen Pathologie, der Mikrobiologie sowie der molekularen Diagnostik ab.

In der Histologie untersuchen unsere Patholog*innen Gewebeproben wie Biopsien, Stanzen oder Operationsmaterial. Wir stellen hauchdünne, gefärbte Schnitte her und beurteilen die Strukturen direkt unter dem Mikroskop. So erkennen wir, ob Gewebe gesund, entzündet oder tumorverdächtig ist.
Den Befund der histologischen Untersuchung übermitteln wir in der Regel innerhalb von zwei bis vier Tagen, damit behandelnde Ärzt*innen rasch entscheiden können, wie es weitergeht.

Bei laufenden Operationen – etwa bei einem Knoten in der Brust – analysieren wir Gewebeproben innerhalb weniger Minuten während des Eingriffs.
Mit der Schnellschnittmethode gefrieren wir das Material, schneiden es und geben innerhalb kurzer Zeit direkt in den OP die Rückmeldung, ob der Befund gutartig oder bösartig ist. Unsere Einschätzung entscheidet darüber, wie der*die Chirurg*in weiter vorgeht.

In der Immunhistochemie machen wir Proteinstrukturen im Zellkern, im Zellleib und an der Kernmembran sichtbar. Dafür nutzen wir spezielle Färbemethoden, mit denen wir Tumoren exakt unterscheiden, ihren Ursprung bestimmen und damit wichtige Therapieentscheidungen unterstützen. 

Im zytologischen Labor analysieren wir einzelne Zellen aus Abstrichen oder Körperflüssigkeiten. So erkennen wir frühe Veränderungen, etwa Vorstufen von Krebserkrankungen, und unterstützen damit eine frühzeitige und präzise Diagnose. Die gynäkologische Zytologie – bekannt durch den PAP-Test – ist dabei ein wichtiger Baustein der Früherkennung. 

In der Mikrobiologie kultivieren wir Erreger aus Proben wie Harn, Stuhl oder Abstrichen. Wir identifizieren den auslösenden Mikroorganismus, prüfen Resistenzen und finden damit heraus, welches Antibiotikum am besten wirkt. In der Infektionsserologie weisen wir Antikörper gegen Erreger nach und zeigen, ob eine Infektion aktuell besteht oder früher stattgefunden hat.

In der molekularen Diagnostik analysieren wir genetische Strukturen und Veränderungen in Tumoren und Mikroorganismen. Durch moderne Verfahren wie PCR in unseren Laboren und Next-Generation Sequencing (NGS) an unserem Standort in Ried identifizieren wir Mutationen und Resistenzen, um gezielte, personalisierte Therapien zu ermöglichen.

Eine Obduktion in der Pathologie unterscheidet sich wesentlich von jener in der Gerichtsmedizin. Sie dient der Klärung medizinischer Fragen bei Menschen, die an natürlichen Ursachen (z. B. Krankheiten) gestorben sind. Anhand der Darstellung krankhafter Veränderungen an der verstorbenen Person führen wir gemeinsam mit den behandelnden Ärzt*innen eine Analyse des Krankheitsverlaufs durch, um die Todesursache festzustellen.  Damit liefern wir wichtige Erkenntnisse für Angehörige, die medizinische Dokumentation und die Qualitätssicherung im Gesundheitssystem.